Arbeit

Arbeit ist das halbe Leben?!

Arbeit ist für viele ein wesentlicher Lebensbestandteil. Sie nimmt Zeit in Anspruch und kann anstrengend sein. Sie ist jedoch über das bloße Einkommen hinaus wertvoll für den Menschen. Arbeit gibt Sinn und Struktur im Leben und liefert ein Umfeld, in welchem man sich beweisen kann. Wichtig ist deshalb eine gute Verteilung persönlicher Ressourcen, auch Work-Life-Balance genannt. Zu hohe Verausgabung oder unzureichende Beachtung eigener Bedürfnisse und mangelnde Anerkennung und Feedback können Auslöser von depressiver Symptomatik sein – im Arbeitskontext besser bekannt als Burnout.

Wenn es darum geht die Arbeitsleistung zu steigern oder Teamwork zu optimieren gibt es ein paar Kniffe, welche Unternehmen und Einzelperson beachten können.

Balance aus Arbeit und Leben

Unsere Energie- und Zeitressourcen sind endlich

Zeit ist relativ, Energie auch – es kommt vor allem auf das individuelle Empfinden von Anstrengung an. Weisen Ihre Beanspruchungen und persönliche Gewinne eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz auf?
Arbeit kann erfüllend empfunden werden, Identifikations- und Selbstverwirklichungsmöglichkeit geben. Arbeit kann aber auch belastend sein und Erschöpfung und Resignation auslösen.

Wo finde ich Ausgleich? Work-Life-Strategien können helfen

Der erste Schritt ist die Auseinandersetzung mit sich selbst. Was löst bei Ihnen Stress aus? Über welche Strategien verfügen Sie und wie gut eignen sich diese? Was gibt Ihnen am Arbeitsplatz Kraft?

Wer sich Zeit nimmt, sich kennenzulernen kann die eigenen Ressourcen besser nutzen. Weitere Strategien, wie gegenseitiges Unterstützen am Arbeitsplatz oder auch selbst erlernte Achtsamkeitsübungen oder Abgrenzung zum Eigenschutz können darüber hinaus erworben werden (siehe auch: Beispiel für Work-Life-Strategien). Die Sinnhaftigkeit von Training einiger Work-Life-Strategien belegen Zheng, Molineux, Mirshekary und Scarparo (2015). Das Wohlbefinden von Personen, die trainierten, besserte sich dadurch.

Der Zusammenhang zwischen Arbeit und Lebenszufriedenheit: in westlichen Ländern noch ausgeprägter

Besonders in westlichen Ländern stehen Work-Life-Balance und Lebenszufriedenheit in engen Zusammenhang.

Westliche Länder sind individualistisch geprägt, was bedeutet, dass es hier einen höheren Stellenwert hat sich selbst zu verwirklichen. (Kollektivistische Kulturen legen größeren Wert auf die Anpassung an die Gesellschaft.) Kulturübergreifende Betrachtung zeigt, dass in individualistischen Kulturen Arbeits- und Lebenszufriedenheit noch stärker mit Work-Life-Balance zusammenhängen als in kollektivistischen Kulturen (Haar, Russo, Suñe, Ollier-Malaterre, Ariane, 2014). Für individualistische Kulturen scheint es somit umso wichtiger zu sein, einen Ausgleich zwischen der Arbeit und den anderen Lebensbereichen zu schaffen. Der Spagat kann schwierig sein, aber ein gutes Zusammenspiel verschiedener Lebensbereiche wirkt auch hier unterstützend. Zum Beispiel fällt es Personen mit guter körperlicher Gesundheit leichter eine ausgeprägte Work-Life-Balance zu erreichen (Albuquerque & Deshauer, 2014).

Beispiele für Work-Life Balance Strategien (en)


Story zum Bild (Kommentar Franziska Sonnauer)

Der Mann erinnert mich an eine Geschichte, die ich auf den Philippinen gehört habe.

Reisender zum Bauern: „Fremder, bist Du zufrieden?“

Bauer: „Warum sollte ich nicht zufrieden sein? Ich ernte ein paar Mal im Jahr. Es gibt Sonne. Es gibt Wasser. Meine Familie und ich haben alles was wir benötigen.“

Das hat mich zum Nachdenken angeregt.

  1. Maßstäbe, die für den einen gelten, müssen es noch lange nicht für andere Personen.
  2. Schon eine Mindestversorgung kann reichen, um zufrieden zu sein.
  3. Ist Arbeit das halbe Leben?

Dass die Versorgungslage dort und in anderen Ländern jedoch oft auch menschenunwürdig ist, ist mir durchaus bewusst. Einer meiner besten Freunde arbeitet in Cebu für Straßenkinder. Erst dieses Jahr war ich dort.

An dieser Stelle möchten wir auf die Arbeit unseres langjährigen Freundes Manuel Stumpf aufmerksam machen. Manuel entwickelt auf den Philippinen ein Konzept, mit welchem Jugendliche vorbereitet, ausgebildet, unterstützt und sie dabei in ihrem Alter wertgeschätzt und respektiert werden.

Manuel Stumpf CFA