Burnout

= Symptomtrias: Erschöpfung, Depersonalisierung/Zynismus, reduzierte Selbstwirksamkeit

Burnout ist ein arbeitsbedingter psychisch andauernder Erschöpfungszustand (Berger et al. 2012). Diese chronische Überforderung kann sowohl Ursache als auch Folgeerscheinung einer Erkrankung sein.

Burnout hat zwar viel gemeinsam mit Depression, bezieht sich allerdings auf den Arbeitskontext.

  • Erschöpfung (Leere, Verzweiflung, Antriebslosigkeit, Weinen)
  • Depersonalisierung (Entfremdung, Persönlichkeitsveränderung mit zynischen Zügen)
  • Mangelnde Selbstwirksamkeit (Überforderung, Gefühl nichts mehr leisten zu können, Gefühl die Kontrolle zu verlieren)

Ein Burnout zeigt sich zwar oft plötzlich, da dann der Punkt erreicht ist, ab dem nichts mehr geht, doch die Anbahnung geschieht oftmals über einen längeren Zeitraum. Deshalb kann es auch sinnvoll sein nach ersten Gefühlen von Überforderung und Erschöpfung zu fahnden und dann entweder Bedingungen der Arbeit oder der Person zu verändern, um Prävention zu betreiben. Und wahrscheinlich ist es auch viel leichter in gesundem Zustand Änderungen umzusetzen und auszuprobieren, welche Strategien sinnvoll sind. Außerdem entdecken Sie dabei vielleicht sogar Möglichkeiten Ihren Arbeitsalltag besser auf Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Burnout und Stressmanagement

Bei der Entstehung von Stress sind verschiedene Komponenten beteiligt. Doch jeder Mensch verfügt über Bewältigungsstrategien und Ressourcen. Diese können trainiert werden.

  • Emotionale und kognitive (gedankliche Bewertungen) Regulationsfähigkeit trainieren, um Stressanstieg schneller zu bemerken und flexibler reagieren zu können.
  • Techniken wie bedachtes Atmen, progressive Muskelentspannung, Loving-kindnessmediation (vgl. Achtsamkeitstraining) um eine innere Balance wieder herzustellen.

Selbstwahrnehmung sowie der bewusste selbst-fürsorgliche Umgang mit der eigenen Person stellen wesentliche Einflussgrößen dar. Interessant ist, dass schon kleinste augenscheinlich unbedeutende Interventionen zur emotionalen Stabilisierung beitragen können

Wann wird Arbeit zur Belastung?

Das Job-Demand-Modell (Erstbeschreiber: Karasek, 1979) versucht durch zwei Dimensionen, Anforderung und Kontrollmöglichkeit, in jeweils hoher und niedriger Ausprägung zu erklären, wie Stress entsteht. Je größer der von außen gegebene Handlungsspielraum ist, desto mehr können Sie die Umgebung nach eigenen Vorstellungen gestalten. Über- oder Unterforderung können gleichermaßen kritisch sein und Unzufriedenheit auslösen.

Stress durch hohe Anforderungen und geringem Kontrollspielraum

Stress bewirkt hormonelle Veränderung. Empowerment kann helfen Stress zu vermeiden (vgl. Häusser Mojzisch & Schulz-Hardt, 2011). Das bedeutetet, dass der Arbeitnehmer durch Beteiligung an Entscheidungsfindung mehr Kontrollspielraum bekommt. Das Job-Demand-Modell dient dazu Ansatzpunkte für die Befindlichkeitssteigerung von Arbeitnehmern, sowie Maßnahmen des Empowerment zu finden und erklärt auf einfache Art und Weise Entstehungsbedingungen von Belastung am Arbeitsplatz.

Wann wird keine Arbeit zur Belastung?

Arbeit kann auch durchaus eine wertvolle Ressource für Zufriedenheit darstellen. Arbeit lässt einen effektiv sein, man bekommt Feedback und Anerkennung und man kann sich mit der eigenen Leistung identifizieren. Sowohl im täglichen Kontakt mit Kollegen als auch in der Gesellschaft bietet Arbeit Zugehörigkeitsgefühl und soziale Eingebundenheit.

Wenn diese Akzeptanz und Anerkennung wegfallen kann auch keine Arbeit zum Problem werden.

Daneben werden auch finanzielle Möglichkeiten beschnitten. Das betrifft u.a. Arbeitslose, Rentner:innen und auch Asylanten.