Gesundheit

Jeder hat seine Gesundheit selbst in der Hand, aber keiner hat sie im Griff?!

Gesundheit ist ein wichtiges Gut. Jeder kann durch Gesundheitsverhalten (Lifestylemodifikation) seine Chancen erhöhen gesund zu bleiben. Dennoch liefert dies keine Garantie. Zum Beispiel sozioökonomische Ungleichheit und genetische Risiken führen bei manchen Personen zu risikoreicheren Ausgangsbedingungen. Außerdem wirken die Faktoren von Person, Genen und Umwelt so komplex zusammen, dass es oft nicht möglich ist den Ursprung (Ätiologie) der Erkrankung zu bestimmen. Vor allem im Bereich der psychosomatischen Beschwerden und bei chronischen Beeinträchtigungen wie Schmerz ist die Ursachensuche komplex und die Behandlung manchmal frustrierend. Hilfreich ist es dann einen anderen Umgang in der Wahrnehmung der Beschwerden zu erlernen.

Bei allen Krankheiten gilt, dass die körperliche und seelische Komponente nicht getrennt werden kann, schließlich sind Sie eine Person mit einem Körper und einer Seele.

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ (WHO, 1948)

Was hat Einfluss auf Gesundheit?

Lebensstilfaktoren (z.B.: Bewegung, Ernährung,…)

Die Änderung von Lebensstilfaktoren kann gesundheitsförderlich wirken (Salutogenese), präventiv oder im Fall von Erkrankung vor Verschlimmerung schützen.

Die Umsetzung von Lebensstiländerungen kann anstrengend sein, deshalb lohnt es sich im Voraus genau zu überlegen was man wie erreichen möchte, was dabei helfen kann und woran man Erfolge misst. (MirrorMe unterstützt Sie dabei Faktoren zu identifizieren, die Einfluss auf ihr persönliches Wohlbefinden haben.)

Lebensstiländerung bringt’s

Bei Tumorleiden

Bewegung führt zur Reduktion des Risikos für Krebserkrankungen und während Krebstherapie (selbst in fortgeschrittenen Krebsstadien) zu höherer Lebensqualität und Überlebensrate (Lemanne, Cassileth & Gubili, 2013). Obwohl Bewegung natürlich keine Heilung verspricht, gibt es wenig Argumente, sich der positiven Wirkung physischer Aktivität zu verschließen.

Bei Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit)

Physische Aktivität wirkt sich positiv auf Lipidstoffwechsel, Blutglucose und Blutdruck aus (kann im Fall der Diabeteserkrankung als Schutzfaktor bezüglich Folgeerkrankungen wie Neuropathien fungieren). Lebensstiländerungen, wie gesteigerte körperliche Aktivität weisen den höchsten Evidenzgrad auf, um veranschlagte Behandlungsziele und somit höhere Lebenszufriedenheit zu schaffen. Das heißt, Bewegung ist neben der Medikation eine wirksame Maßnahme, um der Erkrankung zu begegnen.

Bei Kardiovaskulärer Erkrankung (z.B. Bluthochdruck, Herzschwäche)

Sie sind verbreitet und oftmals todbringend. Wichtige Risikofaktoren sind mangelnde physische Aktivität, Rauchen und Alkohol. Ein anderer stellt die Ernährung dar (erhöhte Cholesterinspiegel erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Arteriosklerose).

Sozioökonomische Ungleichheit

Der Gesundheitsbericht des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass sozioökonomischer Status (Bildung, Einkommen, Prestige) und Lebenserwartung auch innerhalb Deutschlands definitiv zusammenhängen.

Gesundheitsbericht RKI

Es besteht also ein Zusammenhang zwischen Status und Gesundheit in unserem Land. Aber welcher Faktor beeinflusst den anderen? Hierzu gibt es zwei Theorien.

Social Drift Theorie (Erkrankung bedingt sozialen Abstieg durch z.B. Stigmatisierung, sozialen Rückzug oder höhere finanzielle Kosten).

Social Shift Theorie (Niedriger sozialer Status bedingt Erkrankung durch z.B. weniger Gesundheitsbewusstsein oder finanzielle Ressourcen).

Die Änderung von Lifestylefaktoren hilft jedoch, egal welchen sozioökonomischen Status man hat, länger und gesünder zu leben. Das Risiko einer bösartigen Erkrankung konnte nachträchtlich durch Änderung folgender, in ihrer Bedeutsamkeit gelisteter Lifestylefaktoren reduziert werden: Rauchen > Ernährung > körperliche Aktivität > Vorsorgeuntersuchung > Body Mass Index (Hastert, Ruterbusch, Beresford,  Sheppard & White, 2016).