Musik

Musik spielt bei fast jedem eine Rolle, aber welche?

Emotionalität

Die Emotionalität bei der Wahrnehmung von Musik scheint etwas sehr Spezifisches zu sein. Personen mit Autismusspektrumsstörung sind nicht fähig, visuell wahrgenommene Emotionen zu verstehen. Personen mit hochfunktionalem Autismus unterscheiden sich bei der einfachen Klassifikation von Musikstimuli nicht von Gesunden (Quintin, Bhatara, Poissant, Fombonne & Levitin, 2011). Die auditive Wahrnehmung lässt also selbst bei Krankheit emotionales Empfinden zu.

Wer wird Musiker:in?

Butkovic, Ullén und Mosing (2015) zeigen, dass phänotypische Ausprägungen von Offenheit (Persönlichkeitsmerkmal), Flow-Erleben, IQ und Motivation Einfluss haben auf die Wahrscheinlichkeit, dass Personen musizieren. Dreiviertel der phänotypischen Ausprägung von Offenheit und Flow-Erleben sind laut Butkovic et al. (2015) genetisch erklärbar. Offenheit für Erfahrung (Persönlichkeitsfaktor) und Liebe zur Musik hängen zusammen (Hunter & Schellenberg, 2011). Personen mit stärkerer Ausprägung von Offenheit im Vergleich zu niedriger Offenheit hörten öfter Musik und nahmen dies auch positiver wahr.

Wer hört was?

Langmeyer, Guglhör-Rudan und Tarnai (2012) untersuchten, welche Persönlichkeitseigenschaften mit welcher Musikrichtung korrelieren. Sie fanden heraus, dass Personen hoher Ausprägung an Offenheit klassische und reflektive Musik bevorzugen. Das, was Extrovertierte bevorzugt hören, nämlich energetisch, rhythmische Klänge, mögen sie eher nicht. Dass Musik bei Personen unterschiedlicher Persönlichkeit zu anderen durch fMRT gezeigter neuronaler Erregung und somit zu unterschiedlicher Wahrnehmung der Emotionalität führt, zeigten Park et al. (2013) in der unterschiedlichen Aktivierung von Gehirnarealen bei extrovertierten und neurotizistischen Probanden.

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