Psychische Gesundheit – good functioning

Psychische Gesundheit

Die getrennte Betrachtung von Körper und Geist ist nicht mehr zeitgemäß. Jetzt geht es darum das komplexe Zusammenspiel zu begreifen.

Das Paradebeispiel stellen psychosomatische Beschwerden dar. Eine psychische Ursache macht sich körperlich bemerkbar. Das Spektrum reicht von Kopfschmerzen bis zu Anfällen von Bewusstlosigkeit. Aber auch somatische (körperliche) Erkrankungen können Beeinträchtigungen darstellen, welche psychisch belasten (z.B.: Beinbruch verhindert, dass man mit aufs Sommercamp fährt; Dialysepflichtige Personen verbringen viel Zeit in der Klinik, häufiger Depression bei Herzinfarktpatienten … = Somatopsychologie). Es kann also stets von einer wechselseitigen Beeinflussung ausgegangen werden. Psychische Gesundheit betrifft also nicht nur den Geist allein.

RKI psychische Gesundheit

Depression – jeder 10. erkrankt im Laufe seines Lebens

Das häufigste und relevanteste Syndrom ist die Depression. Die Krankheitslast von Depressionen ist immens. Schätzungen zufolge im Jahre 2020 sogar nach kardiovaskulären Erkrankungen die relevanteste (Murray et al., 2012).

Depressive Symptomatik kann mit vermindertem Interesse und Antrieb, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gefühlen von Wertlosigkeit einhergehen und zeigt sich bei 8,1 % der Erwachsenen (Busch, Maske, Ryl, Schlack, & Hapke, 2013). Die Lebenszeitprävalenz für Depression liegt bei 11,6 %, die 12-Monats-Prävalenz bei 6 % (Busch et al., 2013). Neben Auftretenshäufigkeit und Krankheitslast gibt es ein weiteres Argument depressive Symptome zu erkennen und zu behandeln. Depressionen weisen hohe Komorbidität mit anderen psychiatrischen und somatischen Erkrankungen auf und führen so beim Klienten zu erschwerten Therapiebedingungen und erhöhtem Leidensdruck (nvl-005, 2015. ab S. 128).

Am Beispiel von Herzerkrankungen wird das Zusammenspiel von Körper und Psyche drastisch deutlich. Circa ein Fünftel der von einem Herzinfarkt Betroffenen entwickeln eine Depression und Personen mit depressiver Symptomatik weisen höhere Sterblichkeit und Komplikationsraten bei Herzerkrankungen auf (vgl. Heßlinger et al., 2010).

Da sich depressive Symptome nicht gleich in Form des Krankheitsbildes Depression zeigen müssen, kann die Selbstbeobachtung dazu dienen eigene Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit zu erspüren, und schon in frühen Stadien wieder mehr darauf achten, was einem Selbst gut tut und die Stimmung hebt. MirrorMe soll eine Unterstützung bieten die eigene Zufriedenheit besser kennenzulernen und Einflüsse auf die Stimmung in der ganz individuellen Lebensgeschichte greifbarer und verständlicher zu machen.

Mehr zum Thema:

Gesundheit

Weitere Gesundheitsfragen