Rauchen

Das Rauchen nicht gesund ist, ist allgemein bekannt. Dennoch rauchen heutzutage viele Menschen. Fakt ist, dass körperliche Folgeschäden wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, und Atemwegserkrankungen (z.B. chronisch obstruktive Bronchitis = COPD) bei Rauchern wahrscheinlicher sind. Verantwortlich hierfür ist vor allem der Tabak. Nikotin ist suchtursächlich (nucl. accumbens des dopaminergen Systems) findet jedoch auch in manch medizinischem Kontext Anwendung.

Warum haben Raucher Husten?

„Rauchen geht auf die Lunge.“ Das Bronchialsystem ist ausgestattet mit einem „schleimbenetzten Teppich“, welcher der Anfeuchtung der Atemluft dient und darüber hinaus eine Abwehrbarriere des Immunsystems darstellt. Die Teppichfädchen arbeiten aktiv an der Beseitigung von kleinsten Fremdkörpern. Wenn der Teppich (das Epithel des Atmungssystems) zu stark geschädigt wird, kann es zu einem Umbau kommen – der Boden wird platt und in der Folge die Luft nicht mehr ausreichend angefeuchtet. Fremdkörper und Erreger haben leichteres Spiel. Die höhere Infektanfälligkeit und die mangelnde Befeuchtung begünstigen die Entstehung von Husten.

Was macht Tabak mit Ihrem Blut?

Kohlenmonoxid (CO) besetzt den Bindungsplatz des Sauerstoff (O2) an den roten Blutkörperchen (= Erythrozyten), welche für hochnotwendige Versorgung des Gewebes mit diesem zuständig sind. Der Organismus benötigt vor allem in Belastungssituationen mehr Sauerstoff. Bei besetzten Plätzen auf den Erythrozyten muss so natürlich relativ gesehen mehr Blut gepumpt werden – der Raucher kommt schneller an die Belastungsgrenze.

Thema Rauchstopp

Mittels Fagerstrom Test kann schnell ein Eindruck gewonnen werden für etwaige Abhängigkeit.

E-Zigarette

Die E-Zigarette zeigt zwar Wirksamkeit beim Versuch aufzuhören, doch die Datenlage ist so durchmischt, dass nicht ganz klar ist wie viel Anteil der Placeboeffekt hat.

Unsere Wahrnehmung von der Sinnhaftigkeit von E-Zigaretten ist eventuell durch mediale Wirkung beeinflusst (Brose, Brown, Hitchman & McNeill, 2015). Die persönliche Einschätzung der Harmlosigkeit wiederum nimmt Einfluss darauf, wie häufig Personen Umgang mit E-Zigaretten haben. Die Autoren fordern jedoch auch klare Evidenz für die postulierte Risikoreduktion von E-Zigaretten, die bisher noch nicht gezeigt wurde. Signifikante Unterschiede zwischen Placebo, E-Zigarette und Nikotinpflastergruppe zeigten sich beim Versuch, Abstinenz zu entwickeln (Bullen et al., 2013). Beide Treatments waren wirkungsvoll.

Pharmakotherapie?

Es gibt nicht die Wundermedikation und so bleibt der Abstinenzwunsch oft ein Kampf. Und auch eingesetzte Medikamente weisen vielseitige Nebenwirkungen wie körperliche Symptome oder Stimmungsschwankungen auf. Wenn jedoch ein Gendefekt der Stärke der Sucht zugrunde liegt (Bsp.: Metabolisierungsenzym CYP2A6) kann Pharmakotherapie durchaus sinnvoll sein (Chen et al. 2014).

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Fagerstrom Test

Marihuana

Betrachtet man illegale Drogen, so wird Marihuana am häufigsten konsumiert. Hitzige Diskussionen gibt es immer wieder in Bezug auf die Legalisierung. Marihuana ist in Deutschland illegal, wurde aber in den USA für medizinische Zwecke in einigen Staaten legalisiert. Dies führte insgesamt zu höherem Konsum in der Bevölkerung (Wen, Hockenberry & Cummings, 2015). Eventuell haben Cannabinoide schützende Wirkung bei der Entstehung neurologischer Erkrankungen (Bsp.: Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie). Dies steht möglicherweise in Zusammenhang mit Leptin, einem Peptidhormon (Agar 2015).

Der jährlich erscheinende europäische Drogenbericht liefert einen breiten Überblick zur aktuellen Drogensituation. Beispielsweise wird das Abhängigkeitspotenzial von Substanzen geordnet:  Cannabis < Alkohol < Tabak.

Europäischer Drogenbericht

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