Scheidung

Scheidung

Trennungserfahrung

Sowohl für Kind als auch Eltern stellt Scheidung eine Trennungserfahrung dar. Ein großes Ausmaß an Anpassung an veränderte Lebensumstände wird abverlangt. Die Situation ist neu, Umstellung ist anstrengend und muss unter großer emotionaler Belastung erfolgen, was Überforderung auch verständlich macht.

Veränderte Lebensbedingungen

Das zweite Elternteil ist nicht mehr ständig verfügbar. Die finanziellen Möglichkeiten können beschnitten werden.

Diese sozioökonomischen Einflüsse spielen vor allem eine Rolle bei der unterschiedlichen Entwicklung von sehr jungen Scheidungskindern (Clarke-Stewart, Vandell, McCartney, Owen & Booth, 2000). Es wurden hierbei die Kinder von Scheidungsfamilien mit solchen, die von Beginn an nur eine Bezugsperson hatten, verglichen. Es zeigten sich keine Unterschiede der Kinder bezüglich Verhaltensproblemen und der Beziehung zur Mutter.

Man kann daraus schließen, dass das Wegfallen der einen Bezugsperson alleine nicht das Hauptproblem darstellt, sondern vielmehr die finanzielle Umstellung zu einer nachteiligeren Entwicklung führt.

Problem der Instrumentalisierung des Kindes

Durch räumliche und emotionale Trennung vermeiden Eltern oft die direkte Konversation und wählen einen alternativen Kommunikationsweg über das Kind. Hierdurch bekommt das Kind eine Rolle zugeteilt, der es mit Sicherheit nicht gewachsen ist – denn wie soll ein Kind, die Konflikte regeln können, die die Eltern nicht austragen können? Das Kind befindet sich schließlich noch in emotionaler und kognitiver Entwicklung und benötigt die Regulation durch die Eltern.

Oft kommt es jedoch dazu, dass elterlicher Konflikt nicht auf dieser Ebene bleibt, sondern sich auch negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt (vgl. Yu, Pettit, Lansford, Dodge und Bates, 2010). Wichtiger kann deshalb auch ein Ansatz sein, der versucht, negative Konsequenzen der Scheidung und einhergehender Überforderung zu vermeiden. Elternteile können mit strukturierter Unterstützung durch Erziehungsprogramme dem Kind in der Entwicklung von Bewältigungsmechanismen helfen (Vélez, Wolchik, Tein, & Sandler, 2011). Solche Angebote finden Sie bei Erziehungsberatungsstellen.

Wer sich für verschiedene längsschnittliche quantitative Ansätze von Scheidungsfolgen interessiert, kann sich nach Standpunkten von Amato und Hetheringtion erkundigen.

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