Sexuelle Funktionsstörungen

Sexuelle Funktionsstörungen

Sexuelle Funktionsstörungen können vielseitig sein. Als pathologisch können Abweichung von der Normalverteilung eines Merkmals gesehen werden, als behandlungsbedürftig all das, was Leiden verursacht. Für die Diagnosestellung dient ein Kriterienkatalog.

Verfrühter Ejakulation (ejaculatio praecox)

Neurobiologische Einflüsse?

Im Tiermodell wird von Waldinger (2014) gezeigt, dass eine persistierende ejaculatio preacox auch neurobiologisch begründet sein kann. Sowohl ein in der Eichel lokalisierter Ionenkanal als auch erhöhte Oxitocinlevel (Hormon) spielen eine Rolle bei der vereinfachten Auslösung der Ejakulation.

Psychologische Einflüsse?

Laut Mohammadi, Mohammadkhani, Dolatshahi und Dadkhah (2013) zeigen Betroffene geringeres sexuelles Selbstbewusstsein sowie gesteigerte sexuelle Furcht. Mittels kognitiver Verhaltenstherapie konnten verschiedene Faktoren wie die Dauer bis zur Ejakulation und auch Angst in positivem Sinne beeinflusst werden.

Gleiche Funktionsstörung – unterschiedliche Entstehungsursachen bedürfen unterschiedlicher Therapie

Waldinger (2008) fasst verschiedene pathophysiologische Entstehungstheorien zusammen und betont, dass auch bei der Wahl des Behandlungsansatzes zwischen psychologisch und neurobiologisch bedingten Funktionsstörungen unterschieden werden muss.

Forschungsüberblick

Auch weibliche sexuelle Funktionsstörungen werden im Tiermodell betrachtet (für aktuelle Ansätze vgl. Ågmo, 2014).

Absolut empfehlenswert für einen ausführlichen Einblick in die Formung von sexuell motiviertem Verhalten liefern Brom, Both, Laan, Everaerd und Spinhoven (2014). Sie stellen hierzu lerntheoretische Konzepte (klassische Konditionierung, operante Konditionierung, Belohnungs- und Assoziationslernen) vor und erklären auch auf neurobiologischer Ebene, wie der unspezifische Dopamineinfluss im mesolimbischen System („Belohnungssystem des Gehirns“) zu motiviertem Verhalten führt. Auch ein  Überblick über Artikel, die bildgebende Untersuchung des Gehirns während Erregung untersuchen, findet sich.

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