Soziale Unterstützung

Soziale Unterstützung

Auf unterschiedliche Art helfen sich Menschen (Soziale Unterstützung). Man kann zwischen informationeller, instrumenteller (z.B. finanziell) und emotionaler (z.B. Einschätzung, Betrachtung von außen) Unterstützung unterscheiden.

Höhere Lebenszufriedenheit

Soziale Unterstützung wirkt sich vor allem in Stresssituationen positiv auf die Lebenszufriedenheit aus (Heintzelman & Bacon, 2015). Besonders ausgeprägt profitieren Personen mit hohem Maß an Selbstrepräsentation. Das heißt Personen, die wissen, wer sie sind und was sie benötigen können Hilfe anderer besser in Anspruch nehmen. Wenn man Unterstützung benötigt und diese dann auch erhält, wirkt sich das direkt auf die Stimmung aus. Personen, welche Hilfe erhielten, hatten wesentlich bessere Stimmung (vgl. Melrose, Brown & Wood, 2015). Subjektives Wohlbefinden korreliert positiv mit sozialer Unterstützung und zwar über alle Altersgruppen (Siedlecki, Salthouse, Oishi, & Jeswani, 2014). Im Schnitt geht es einem also besser, wenn man kein Einzelkämpfer sein muss.

Veränderte Stresswahrnehmung und -empfindung

Sogar schon bevor man mit einem Stressor konfrontiert wird, kann soziale Unterstützung positive Effekte haben (vgl. Modell). Gerich (2014) zeigt, dass hypothetischen Stressoren bei Personen mit größerem sozialem Netzwerk als weniger bedrohlich wahrgenommen werden. Die Macht, die Wahrnehmung, Imagination und Bewertung auf adäquaten Umgang mit Stressoren haben kann, lässt die Studie von Bryant und Chan (2015) vermuten. Personen, welche an eine Bezugsperson dachten, hatten weniger ausgeprägte hormonelle Stressantworten (gemessen durch Kortisol und Speichelamylase), als Personen die eine fremde Person imaginierten.

Bei posttraumatischer Belastungsstörung

In Zusammenhang mit der Ausbildung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) nach starkem Stressereignis konnte von Platt, Keyes und Koenen (2014) gezeigt werden, dass neben der wahrgenommenen sozialen Unterstützung auch die Vielfalt der Unterstützungsmöglichkeiten, auf die zurückgegriffen werden kann, von Bedeutung ist. Bei Asylanten konnte zwar keine Symptomlinderung bei schon vorhandener PTBS allein durch soziale Unterstützung beobachtet werden, dennoch hat diese sehr wohl einen Einfluss auf depressive Symptomatik von Geflüchteten (Oppedal & Idsoe 2015). Soziale Unterstützung kann Geflüchteten darüber hinaus auch den Umgang mit Diskriminierung erleichtern.

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