Träume

Träume

Träume sind oft verrückt (vor allem in der Rapid-Eye Movement Schlafphase) und die Erinnerung daran fällt meistens schwer. Was während des Träumens genau geschieht und ob Träume eine Bedeutung haben, kann nicht pauschal gesagt werden.

Eine besondere Art des Träumens stellen hingegen luzide Träume, sogenannte Klarträume, dar. Bei dieser Art von Traum kann der Träumende den Traum steuern.
Sogar die Herzfrequenz kann durch im Klartraum ausgeführte physische Aktivität ansteigen (Erlacher & Schredl, 2008). Klarträumer erhielten im folgenden Anweisungen für den Traum. Sie sollten zunächst träumend zählen, dann körperliche Aktivität ausführen und danach wieder zählen. Während der träumerischen Ausführung der Aktivität stieg die Herzfrequenz im Vergleich zum einfachen Zählen überzufällig stark an.

Wer sind die luziden Träumer unter uns?

Personen, welche Träume häufiger erinnern, nachts öfter erwachen und morgens vermehrt den Snoozebutton nutzen haben häufiger auch luzide Träume (Smith & Blagrove, 2015).

Viele Internetseiten versuchen luzides Träumen zu ermöglichen und die Wissenschaft herauszufinden, was genau es bewirkt und warum es bei manchen Personen öfter auftritt wohingegen andere luzide Träume nicht zu kennen scheinen. Blagrove und Hartnell (2000) untersuchten, wie sich Personen mit und ohne Klarträume im Wachzustand voneinander unterscheiden. Ein höheres Kognitionsbedürfnis und höhere selbstberichtete Kreativität zeigte sich bei den Klarträumern.

Wie werden Klarträume gemessen?

Luzide Träume unterscheiden sich damit nicht nur in ihrer Klarheit, sondern zeigen auch auf körperlicher Ebene eine andere Charakteristik. Im Klartraum ist das Gehirn in spezifischer Weise erregt und ein Außenstehender kann durch Bildgebung beobachten, in welcher Traumphase sich der Schlafende befindet. Neuste Untersuchungen können mittels Sauerstoffverbrauch einzelner Hirnregionen vermehrte Aktivität dieser nachweisen. So zeigten Filevich, Dresler, Brick und Kühn (2015), dass bei Klarträumern Regionen, die mit Metakognition in Zusammenhang stehen stärker durchblutet sind bei luziden Träumern. Man weiß, dass diese Regionen an Gedankenverarbeitung beteiligt sind, da sie bei allen Personen unter dieser Bedingung erhöhte Durchblutung aufweisen. Darüber hinaus zeigt sich eine spezifische Aktivierungsfrequenz (beta-Frequenz häufiger in frontalen/parietalen Regionen) bei luziden Träumen (Holzinger, LaBerge & Levitan, 2009).

Klarträume zur Prävention von Albträumen?

Bisher gibt es keine Möglichkeit luzides Träumen zu erlernen (Stumbrys, Erlacher, Schädlich & Schredl, 2012). Die Autoren präsentieren Artikel, in denen auf verschiedene Weise versucht wurde, luzide Träume zu induzieren. Weder kognitives Training, noch externe Reize noch Medikamente erzielten den erwünschten Effekt. Anwendung könnte solch eine Induktion zum Beispiel bei posttraumatischer Belastungsstörung finden, da diese Personen oft an wiederkehrenden Albträumen leiden. Bisher kann jedoch durch Klarträumtraining keine Besserung erzielt werden (von Spoormaker & van den Bout, 2006). Klarträume bleiben dennoch ein faszinierendes Gebiet.

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