Warum sollten wir auf unsere Ernährung achten?

Tod tritt meist nicht direkt durch fehlerhafte Ernährung ein. Dennoch stellt sie einen der wichtigsten Risikofaktor dar, an eine der „beliebtesten“ Todesursachen der Deutschen zu versterben.

Viele Studien bestätigen den Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Gesundheit und Ernährung, was sowohl für Erwachsenen als auch Kindern gilt (vgl. Überblicksartikel Funtikova, Navarro, Bawaked, Rowaedh, Fíto & Schröder, 2015). Als kritisch eingeordnet werden von den Autoren hoher Salzgebrauch, gesättigtes Fett, Fastfood und Fleisch. Schön ist aber auch, dass Schutzfaktoren identifiziert werden konnten. Das heißt, Ernährung kann sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Positiv wirken sich laut den Befunden der Experten ungesättigte Fette, Vitamin D sowie Früchte und Gemüse aus. Hierbei ist zu betrachten, dass das nicht „nur“ Ratschläge von Ernährungsexperten sind, sondern Ernährung statistische Unterschiede bezüglich Gesundheit bewirkt, welche nicht auf Zufall zurückzuführen sind.

Welche Ernährung ist richtig?

Unabhängig von den persönlichen körperlichen Bedingungen liefert das European Food Information Council als solider Ansprechpartner einige hilfreiche Tipps inmitten der ganzen Ernährungsratgeber.

Mediterrane Ernährung besonders günstig

Als überlegene Ernährungsform zur Verminderung der Sterblichkeit und Krankheit, stellt sich die mediterrane Ernährung heraus (vgl. Sofi, Cesari, Abbate, Gensini, Gian & Casini, 2008; van den Brandt, 2011).

10 Regeln der DGE

Was ist mediterrane Diät?

Diät bezeichnet zunächst eine besondere Ernährungsform, bei welcher einige Lebensmittel bevorzugt verspeist werden und andere ausgelassen. Mediterrane Bestandteile sind u.a. Gemüse, Fisch und Olivenöl.

Gestörte Verdauung ⇒ Beschwerden oder: Beschwerden ⇒ gestörter Verdauung?

Enterisches Nervensystem? Kurzerklärung

Das enterische Nervensystem (Darmnervensystem) besteht aus vielen Millionen Nervenzellen und kann unter dem autonomen Einfluss (z.B. durch Stress) moduliert werden.

Der Gastrointestinaltrakt besteht aus innen befindlicher Schleimhaut und umschließendem Muskelgewebe. In dieses ist ein Nervengeflecht eingelassen. Das Nervengeflecht steuert Sekretion von Drüsen (damit der Nahrungsbrei gleitet) und Muskelkontraktionen (damit der Nahrungsbrei vorankommt). Diese Zellen arbeiten weitgehend autonom, das heißt sie haben einen selbstständigen Arbeitstakt. Sie benötigen niemanden der den Verdau-Befehl erteilt und führen durch rhythmische Kontraktion zur Vermengung und vor allem zum Weitertransport. Eine Modulation kann jedoch durch das autonome Nervensystem (grob gesagt durch Regulation durch Ruhe und Aktivität) geschehen. Noch ein Stück komplexer wird’s, da auch Hormon-produzierende Zellen des Darmes (welche wiederum auch durch Nahrungsbestandteile beeinflusst sind) modulierend wirken können.

Besiedelt wird der Gastrointestinaltrakt natürlicherweise von Mikroorganismen. Veränderungen in dieser Flora (= spezifischen Zusammensetzung von Mikroorganismen) können zu Problemen führen.

Lactobacillus bulgaricus (Vorkommen: in Joghurt)

Morelli (2014) zeigt am Beispiel von Lactobacillus bulgaricus protektive Effekte auf den Ausbruch von einem viralen Effekt. Außerdem stellt der Körper mehr neutrale Killerzellen (Abwehrsystem des Körpers) bereit, wenn dieses kommensale Bakterium Lactobacillus bulgaricus vorhanden ist. Dies ist natürlich nicht das einzige Bakterium, das hilfreich ist, aber soll als Beispiel dienen.

Nicht nur Ernährung nimmt Einfluss auf unser Leben: Es funktioniert auch andersrum.

Das Leben kann das Verdauungssystem ganz basal und auf zellulärer Ebene schädigen. Ein Beispiel liefert die Auswirkung von Stress auf die Vulnerabilität (Verletzlichkeit) unseres Gastrointestinaltraktes. Es kann zu Ulzerationen, Dyspepsie, verschlimmerter Refluxkrankheit und eingeschränkter Barrierefunktion kommen (Bhatia & Tandon, 2005).

Warum sollten Ballaststoffe zugeführt werden?

Zellulose, ein Disaccharid (= Zuckerbaustein aus zwei Einfachzuckern wie z.B. auch Laktose) ist ein Beispiel für einen pflanzlichen Ballaststoff. Gemein haben Ballaststoffe, dass sie nicht zur Energiegewinnung verwendet werden können. Bei Cellulose geschieht das dadurch, dass der Baustein nicht in seine Einzelteile zerlegt werden kann, was notwendig wäre um aus dem Verdauungssystem in den Blutkreislauf zu gelangen. Dadurch verbleibt die Zellulose im Verdauungssystem und hat wie alle anderen Ballaststoffe positiven Einfluss auf die Bewegung des Darms.

Da auch ein „reinigender Effekt“ von Ballaststoffen vermutet wird, sollten täglich 30 Gramm Ballaststoffe zugeführt werden. Diese sind zum Beispiel viel in Vollkornprodukten enthalten und können der Verstopfungsprophylaxe dienlich sein.

Verdauungsstörung durch Laktose (Milchzucker)

Milchzucker ist ein Disaccharid (aus zwei Zuckerbausteinen verknüpft), welcher vor der Aufnahme aus dem Verdauungstrakt ins Blut durch ein Enzym (Lactase) gespalten werden muss.

Laktoseintoleranz – eigentlich total normal

Fehlt das Laktose spaltende Enzym (befindet sich im Bürstensaum des Duodenums), so kann das Disaccharid nicht ins Blut gelangen und verwertet werden. Im Verdauungstrakt kommt es zu osmotischen Durchfällen und ein späterer Verdauung durch Darmbakterien kann zu Blähung führen.

Im Grunde ist es sogar die normale Genvariante (= Wildtyp), die zu diesen Beschwerden führt. Denn erst durch Genvariation ist es dem Menschen möglich Milchzucker zu verdauen – wer das kann verfügt also über die Mutante Variante.

Um auf molekularer Ebene den genetischen Polymorphismus sowie die biologischen und zellulären Folgen in der Darmschleimhaut zu verstehen sei auf Deng, Misselwitz, Dai, und Fox (2015) verwiesen.

Mehr zum Thema:

Ernährungsgewohnheiten

Warum macht Essen Spaß? – Genuss

Was ist der Blutzucker?

Ernährung