Zwischen-menschlichkeit

Zwischenmenschlichkeit – Empathie

– Emotionen anderer wahrnehmen und verstehen –

Entwicklungsprozess

Empathieentwicklung dauert und nimmt langfristig Einfluss auf die Ausbildung sozialer Kompetenz (Allemand, Steiger & Fend, 2015). Wer also früh lernt Emotionen zu verstehen, nachzuempfinden und ausdrücken zu können, kann aufbauend auf diesem Fundament soziale Kompetenzen besser ausbilden.

Fluch und Segen ausgeprägter Empathie

Wer mehr Empathie entwickelt, kann dadurch nicht nur besser in sozialen Situationen interagieren, sondern hat unter Umständen auch negative Folgen zu erwarten. Das Mitfühlen kann bei empathischen Personen durch die höhere Empfänglichkeit für Empfindungen anderer einen Risikofaktor für die Entstehung von Internalisierungsproblematik (wie z.B. Ängstlichkeit, Depression) darstellen (Tone & Tully, 2014). Es fällt sehr mitfühlenden Personen schwerer sich von der negativen Stimmung und Verzweiflung anderer zu distanzieren.

Fehlende Perspektivenübernahme

Fehlende Perspektivenübernahme kommt zum Beispiel bei Persönlichkeitsstörungen vor und hat auch neuronale Korrelate (Ruckmann & Rief, 2013). Personen mit Persönlichkeitsstörungen bemerken Leiden oftmals dadurch, dass sie sich von anderen unverstanden oder abgegrenzt fühlen und gar nicht genau wissen weshalb. Es fällt ihnen also schwer sich selbst mit den Augen anderer zu reflektieren. Perspektivübernahme kann anhand von Gehirnaktivität beobachtet werden. Spezielle Bereiche sind dafür verantwortlich (vgl. auch Spiegelneurone, welche emotionale Reaktionen anderer erkennen und uns helfen diese bewusst zu verstehen).

Was sind und welche Rolle spielen sogenannte Spiegelneuronen?

Video – Was sind Spiegelneuronen?

Emotionsausdruck

Paul Ekman identifizierte Grundemotionen / Basisemotionen.

Freude – Angst – Überraschung – Ekel – Wut – Trauer – Verachtung.

Diese Basisemotionen kennzeichnen sich dadurch, dass sie kulturübergreifend erkannt und zugeordnet werden (selbst von Ureinwohnerstämmen). Außerdem ist kennzeichnend, dass Kinder den Ausdruck dieser Basisemotinen schon sehr früh lernen. Für den Ausdruck sind Gesichtsmuskeln verantwortlich, welche von einem der zwölf Hirnnerven zur Kontraktion bewegt werden. Die mimische Muskulatur wirkt für den Emotionsausdruck in charakteristischer Weise zusammen (Action Units). Meist muss über den emotionalen Ausdruck nicht nachgedacht werden. Emotionen werden automatisch gezeigt. Im Rahmen von depressiver Verstimmung und Affektverflachung kann der Emotionsausdruck eingeschränkt sein.

Es ist auch möglich bewusst, die wahren Gefühle durch eine Maske zu kaschieren (Emotional Supression). Dies kostet Kraft und setzt erst mit mikrosekündiger Verzögerung ein (Mikroexpression). Wenn man eine verfälschte Darstellung der eigenen Gefühle gezielt nutzt, um bei anderen Menschen dadurch einen bestimmten Eindruck zu erzeugen, so spricht man von Impression Management.

Emotionale Intelligenz

… ist ein Konstrukt, welches sich mit der Wahrnehmung, Bewertung, Verständnis, Regulation und Reaktion von Emotion beschäftigt. Wer über mehr emotionale Kompetenzen verfügt, ist weniger einsam (Wols & Qualter, 2015). Eventuell also auch ein Ansatz, der einsamen Menschen helfen kann, über den Aufbau von emotionalen Kompetenzen weniger einsam zu sein?

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